Küstentour
Rad fahren, wo einst das Wasser toste
Die Küstenroute führt uns durch das einstige Schwarze Brack auf früheren Küstenlinien bis an den Deich.
Wir starten beim Seefahrtsdenkmal in Steinhausen. Rote Klinkerstraßen und reetgedeckte Häuser sind stumme Zeugen des Wohlstands, den der Hafen dem Ort bis ins 18. Jahrhundert hinein beschert hat.
An der Grundschule biegen wir links in die Hohle Straße ein. Ein geklinkerter Weg führt zwischen Wiesen Richtung Driefel. Gleich hinter dem See biegen wir rechts in den Knick. Rechte Hand liegt jetzt der Windpark Hiddels, links das Naturschutzgebiet Driefeler Wiesen. Wir überqueren die Woppenkamper Bäke und das Hiddelser Tief. Wo Wasser das Land schneidet, wächst Schilf aus den Gräben. Seerosen blühen. Wallhecken begrenzen Kuhweiden und Getreideäcker. Hinter dem Hiddelser Tief halten wir uns links und kommen über die Dorfstraße in das landwirtschaftlich geprägte Driefel. Über den Driefeler Esch und Südenburg erreichen wir Zetel. Dort lädt gleich am Ortseingang der Naturbadepark Südliches Friesland zu einer Pause ein.
Frisch gestärkt geht’s weiter. Wir biegen rechts Kanelstadt ins Wohngebiet ab und stoßen direkt bei der Gaststätte Roßfelde auf die Landesstraße, die wir geradeaus überqueren. Die Klinkerstraße führt uns durch den alten Zeteler Ortskern. Linke Hand liegt die St. Martins Kirche. Kurz vor der Alten Schule Marschstraße biegen wir rechts nach Osterende ab. Über den Geestrücken führt die Route auf Spurbahnplatten kilometerweit durch die Einsamkeit in die Zeteler Marsch und damit in das ehemalige Wattgebiet Schwarzes Brack. Im Ort halten wir uns rechts und biegen bei der nächsten Gelegenheit links nach Ellens ab. Wir fahren auf dem ehemaligen Deichsockel, der 1615 fertiggestellt wurde, links durch den beschaulichen, kleinen Ort und erreichen bei der Brücke das Friedeburger Tief. Von hier aus haben wir links einen herrlichen Blick auf den Geestrücken der Ortschaft Zetel. Malerisch schlängelt sich das Friedeburger Tief zwischen den Weiden hindurch.
An der T-Kreuzung halten wir uns links und kommen kurz vor Neustadtgödens an der Sandentnahmestelle vorbei. Die Spülteiche sind durch Kiesabbau für den Autobahnbau entstanden. Eine Aussichtsplattform macht den Blick frei auf das Naturschutzgebiet. Im Frühsommer lauschen die Besucher hier einem gigantischen Froschkonzert.
Wir folgen den Spurbahnplatten weiter, bis wir rechte Hand die Wedelfeldmühle sehen. Sie ist die einzige voll funktionsfähige Wasserschöpfmühle Frieslands. Ein Abstecher lohnt sich.
Die Tour führt in die andere Richtung weiter durch eine Spielstraße. An der T-Kreuzung folgen wir der Beschilderung nach rechts und an der nächsten Hauptstraße nach links. Der Schlenker durch Neustadtgödens leitet uns vorbei am Landrichterhaus in der Brückstraße. In dem Museum erfahren wir mehr über die Geschichte des 466 Jahre alten Ortes. Über die Kirchstraße geht es vorbei an der evangelischen Kirche zurück zur Sanderahmer Straße. Neustadtgödens ist als Refugium für Andersgläubige bekannt geworden. Hier lebten Mennoniten, Lutheraner, Juden, Reformierte und Katholiken friedlich nebeneinander. Einer Tradition aus dem 17. und 18. Jahrhundert folgend, stellen die Bewohner bis heute ihre Familienwappen zur Schau. Auf einem Schild an der Hausfassade stehen Beruf und Name der Familie. Am Ortsausgang sehen wir rechts den alten Sielhafen mit Waage.
Wir folgen links der Sanderahmer Straße über die Autobahn und kommen am Oberahmer Vorwerk vorbei. Die Landesstraße fahren wir nur ein kurzes Stück rechts, bis wir links über die Südstraße durch Sandergroden an den Deich kommen. Die Ortschaften Petersgroden, Idagroden und Cäciliengroden existieren erst, seit das Gebiet zwischen 1844 und 1880 durch Eindeichungen trockengelegt wurde.
Besonders für Familien mit Kindern lohnt sich an dieser Stelle ein Abstecher zum Melkhus auf dem Milchviehbetrieb der Familie Warnken in Petersgroden. Shetlandpony „Moritz“ und andere Streicheltiere freuen sich auf Besuch.
Schafe dienen auf dem Deich als tierische Rasenmäher. In ihr Blöken mischt sich das Kreischen der Möwen. Unterwegs stoßen wir immer wieder auf Kunstwerke, die zum Dangaster Skulpturenpfad gehören. Wir fahren zwischen Deich und saftigen Marschwiesen, bis wir bei Petershörn auf die Deichkrone kommen. Von dort aus haben wir in nördlicher Richtung einen herrlichen Ausblick auf die Salzwiesen im Unesco Weltnaturerbe Wattenmeer. Im Osten sehen wir den Leuchtturm Arngast und den Dangaster Geestrücken, der sich in die Deichlinie hineinschiebt.
Wer eine Verschnaufpause benötigt, fährt jetzt links den Abstecher über die Sielstraße nach Dangast. Die Route führt beim Petershörner Siel rechts das Ellenserdammer Tief entlang bis zur Ortschaft Ellenserdamm. Am Tief sind zwischen 1993 und 2001 sogenannte Pütten entstanden. Hier wurden 500.000 Kubikmeter Klei für die Erhöhung des neun Kilometer langen Hauptdeiches zwischen Mariensiel und Dangast abgebaut. Die Erdlöcher haben sich mit Wasser gefüllt. Eine Aussichtsplattform macht den Blick auf das junge Biotop frei.
Ein Klinkerweg führt uns abseits befahrener Straßen über die Autobahn und das Steinhauser Tief zurück nach Steinhausen.
Die Länge der Route beträgt ca. 34 Kilometer.








