Auf den Spuren der Siedlungsgeschichte
Die Geest bildete natürlichen Schutz vor dem Wasser
Die Geesttour beginnt an der St. Cosmas und Damian-Kirche in Bockhorn. Parkmöglichkeiten gibt es dort oder direkt nebenan am Marktplatz.
Die Beschilderung führt uns nur ein kurzes Stück die Steinhauser Straße entlang, ehe wir rechts ins Wohngebiet abbiegen. Von der Birkenstraße kommen wir über die Weißenmoorstraße rechts auf die Mühlenstraße. Die Route führt vorbei an Einfamilienhäusern und mehr als 100 Jahre alten Höfen mit Reetdächern. Zwischen Kranenkamp und Steinhausen wird die Bebauung lichter. Den Blick auf grasende Pferde gerichtet, radeln wir weiter.
In Steinhausen biegen wir hinter der Reitanlage am Loogenweg von Ilka Hellmers links auf die Schwoonstraße. Hier erinnert das Seefahrtsdenkmal an die Zeit bis ins 18. Jahrhundert, als der Hafen dem Ort Wohlstand bescherte. Auf dem Radweg fahren wir ein kleines Stück die Landesstraße entlang, bis wir die Wilhelmshavener Straße kreuzen und auf der anderen Seite in den rotgeklinkerten Sielweg einbiegen. Abseits befahrener Straßen geht es zwischen Wiesen und mit Schilf bewachsenen Gräben über das Steinhauser Tief und die Autobahn in Richtung Ellenserdammersiel.
Vor uns liegt der schönste Streckenabschnitt. Wir biegen rechts in die Grodenstraße und folgen dem Weg, der für Autos gesperrt ist, entlang der Deichpütten. Am Tief sind zwischen 1993 und 2001 sogenannte Pütten entstanden. Hier wurden 500.000 Kubikmeter Klei für die Erhöhung des neun Kilometer langen Hauptdeiches zwischen Mariensiel und Dangast abgebaut. Die Erdlöcher haben sich mit Wasser gefüllt. Eine Aussichtsplattform macht den Blick auf das junge Biotop frei.
Bei Petershörn erreichen wir den Deich. Schafe dienen als tierische Rasenmäher.
In ihr Blöken mischt sich das Kreischen der Möwen. Wir stoßen auf das erste Kunstwerk, das zu dem Skulpturenpfad am Seedeich zwischen Varelersiel und Eckwarderhörne gehört. Zwischen Deich und saftigen Marschwiesen fahren wir weiter. Vor uns liegen erst das Petershörner, dann das Dangaster Siel. Bei letzterem angekommen, schieben wir den Drahtesel links den Deich hoch und blicken in den Dangaster Hafen. Mit Glück ist der Krabbenkutter „Hein Godewind“ gerade eingelaufen und wir können frische Krabben kaufen. Auf der anderen Seite des Jadebusens, der größten Meeresbucht im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, sehen wir die Industrieanlagen der Stadt Wilhelmshaven. Rechts vom Hafen ragt der Geestrücken von Dangast in die Deichlinie herein. Einen solchen Übergang zwischen Geest und Wattenmeer gibt es in Niedersachsen sonst nur noch bei Cuxhaven. Dangast und das in den Fluten untergegangene Arngast waren einst Inseln im Wattenmeer. Varel, Bockhorn und Zetel liegen dagegen auf einem zusammenhängenden Geestrücken.
Wer eine Pause braucht, sollte in Dangast einen Abstecher einplanen. Auf der Uferpromenade oberhalb des Strands liegt das Kurhaus. Der Rhabarberkuchen dort ist weit über die Region hinaus bekannt.
Dangast ist Urlauberort, Künstler- und Bauerndorf. Die Route führt uns in einem Bogen nach rechts um den Ortskern herum. Wir fahren zwischen Ferienhäusern und Maisfeldern vorbei an der Galerie Willy Hink und dem Franz-Radziwill-Haus. Wer im Nationalparkhaus mehr über das Wattenmeer erfahren möchte, hält sich an der Edo-Wiemken-Straße rechts. (Die Route führt hier geradeaus weiter in Auf der Gast.)
Beim Campingplatz kommen wir wieder ans Wasser. Hinter dem Strandgetümmel bricht gerade eine Gruppe zu einer Wattwanderung auf. Ein Stein markiert die Station der mitteleuropäischen Gradmessung. Von hier aus wurden 1866 Vermessungen zur Bestimmung der Erdoberfläche und ihrer Gestalt vorgenommen. Die Strecke führt fünf Kilometer zwischen Deich, Viehweiden und Getreideäckern entlang bis zur Vareler Schleuse.
Über dem Tief ragt ein riesiger Schneemann aus Stein empor. Auch er ist Bestandteil des Skulpturenpfad. Wir folgen dem Tief weg vom Deich und fahren vorbei an zahlreichen Fischrestaurants im Hafen bis zum Kuriositätenmuseum Spijök. Ein paar Meter weiter läuft uns das Wasser im Munde zusammen. An der Hafenstraße duftet es nach frisch gebackenen Keksen. Rechte Hand fahren wir an der Bahlsen-Fabrik vorbei in die Stadt. Noch vor der Mühle knickt der Fahrradweg links ab, aber wir folgen der Straße geradeaus bis zum Schlossplatz. Von den Terrassen der Cafés aus hat man einen herrlichen Blick auf die Schlosskirche.
Wir kreuzen die Landesstraße und kommen über die Windallee auf direktem Weg in den Vareler Wald. Wer noch Zeit hat, plant einen Abstecher zum Wasserturm an der Oldenburger Straße parallel zur Windallee.
Nach der quirligen Innenstadt können wir im Landschaftsschutzgebiet ausruhen. Der Laubwald spendet Schatten.
Breite Wirtschaftswege führen bis nach Obenstrohe. Als das Blätterdach lichter wird, halten wir uns links und kommen beim Kreisel wieder auf die Straße.
Wir nehmen die erste Ausfahrt rechts und überqueren über eine Fahrradbrücke die Autobahn.
In Obenstrohe folgen wir der Landesstraße durch den Ort. Rechts gibt es einen Abstecher Mühlenteich. Die Route führt am Ende der Ortschaft Obenstrohe vorbei an einem Reiterhof geradeaus bis Plaggenkrug. Dort überqueren wir die Altjührdener Straße und kommen geradeaus direkt in das ehemalige Übungsgelände der einst in Varel stationierten Soldaten. Der Weg führt über Schotter und Beton zwischen Weiden und Getreideäckern hindurch. Teilweise stehen Bäume bis an den Straßenrand. Weiter geht‘s in einem Bogen nach rechts über den Reindersdamm und den Grabhornerweg nach Osterforde. An der T-Kreuzung Grabhorner Weg – Oldenburger Weg halten wir uns links und kommen auf direktem Wege zurück nach Bockhorn.
Die Länge der Route beträgt ca. 41 Kilometer.








